http://www.youtube.com/watch?v=MvLGuSOLNQA

 

Living in ONENESS means,

having been able to understand the Laws of Polarity,

Having been daring enough,

to explore its opposits in their full expression,

 .

Having been devoted enough,

to recreate and start new investigations about truth after every failure and

 

being brave enough, to express your deepest truth in every moment.

 In this transparency and readiness to look at and share,

whatever you are experiencing, beyond judgements and vanity,

the RAINBOW of your whole being will show up

and bridge heaven and earth around you,

inside and outside, and all male and female parts of you.

 .

Living in ONENESS will be your normal state,

if you are centered in the deepest core of your essence,

in your innermost source,

where all and nothing come from and dissappear.

In this temple of the Mystery

you need to have no fear of nothing and no greed for all,

as only in reaching out for and accepting your limitations and

the overwhelming greatness beyond your imagination,

you can settle down in this centering point inside,

with nothing and all as your companions.

It´s only this I or me between

NOTHING and ALL,

that can keep the balance and deal with the laws of polarity,

sometimes fighting, sometimes surrendering,

always connected with the pulsating and radiating I AM,

mirrored by the outside´s changing ocurrances.

This I AM inside

and your never ending conscious connection with it and expression of it is

the ONE and ONLY;

that enables you to experience ONENESS and transcend matter.

 

Samiri with Pan for the Oneness-Day 2012

Was ist Freiheit?

Dieser Wert, der so wichtig und wertvoll ist, hat eine Doppelnatur:

Wenn du frei von Zwängen bist, dann steht dir der Raum zur Verfügung, um zu tun, was du tun möchtest oder was dir richtig erscheint. Diese Dimension der Freiheit ist euch allen sehr vertraut, weil es euch bewusst ist, und weil ihr darunter leidet, wenn ihr eingeschränkt und/oder bewegungsunfähig seid, wenn euch die Verhältnisse und Bedingungen so begrenzen, dass ihr stillhalten und erdulden müsst, dass ihr nicht verändern könnt, worunter ihr leidet oder was euch unerträglich erscheint.

In so einer Situation seid ihr wie ein Gefangener, der in einer Zelle sitzt, friert, hungert und zu Tode genervt ist von den Mitgefangenen. Jeder leidet und empfindet die Situation als unerträglich, aber die Bedingungen lassen keine Veränderung zu, es gibt keine Möglichkeit der Befreiung.

Was kann hier getan werden? Gibt es einen Ausweg, der aus spiritueller Sicht Befreiung bringt? Natürlich, du weißt es schon: Akzeptiere das Unabänderliche und versuche, gute Miene zum bösen Spiel zu machen, aber nicht im Sinn von Leugnung des Leidens, sondern in einer tiefen Hingabe an das, was IST, hier und jetzt.

Aus der Sicht der jenseitigen Welt bedeutet Mensch sein, den Gesetzen und Begrenzungen der Körperlichkeit unterworfen zu sein mit der Möglichkeit oder Wahrscheinlichkeit, Schmerz und Ohnmacht zu erfahren, eben weil der Körper nicht so frei und beweglich ist, wie der geistig-spirituelle Teil eures SEINs.

In der irdischen Welt sind alle Seelen in einem Körper unterwegs, mit dem sie fast immer so sehr identifiziert sind, dass sie ihre geistig-spirituellen Seinsanteile nicht fühlen. Die meisten Menschen sind getrieben von der Angst vor Mangel und letztlich vor dem Tod, und weil sie nur den sterblichen Teil ihrer Existenz kennen, bedeutet der Tod für sie die totale Auslöschung und Vernichtung. Diese tief sitzende Angst und Bedrohung treibt sehr viele Menschen dazu, möglichst viel besitzen und haben zu wollen, um quasi über ein Polster zu verfügen, das die Psyche vor der Angst vor Vernichtung schützt. Gleichzeitig gibt es in vielen Menschen eine abgründige Wut darüber, dass ihnen genommen worden ist, woran sie hängen und auch genommen werden kann, was sie zu sein glauben, der Körper nämlich. Aus diesem Grund treten sie die Flucht nach vorn an und nehmen sich von anderen, so viel sie kriegen können, auch mit Hilfe von unlauteren Methoden. Sie inszenieren sozusagen ununterbrochen genau die Situation, unter der sie selbst so sehr leiden: Sie haben Angst davor, zu verlieren, was sie sind und haben durch den Zugriff der unergründlichen göttlichen Macht, und genau das tun sie anderen an. Mit Hilfe von List und Tücke und unter Vortäuschung falscher Tatsachen schleichen sie sich in eine Geschäftsbeziehung mit Ahnungslosen und missbrauchen deren Vertrauen, zerstören ihren Frieden, indem sie ihnen antun, wovor sie selbst so sehr Angst haben. Aus dem Nichts kommen sie wie die Hand des Schicksals und greifen zu. Unter Vortäuschung falscher Tatsachen nehmen sie sich, was ihnen nicht zusteht und haben auf diese Weise die Betrogenen zum Opfer eines unerlaubten Zugriff gemacht. Sie selbst fühlen sich Gott oder dem Schicksal gegenüber ohnmächtig und bedroht, wahrscheinlich haben sie in der Vergangenheit einen oder mehrere Verluste erlitten, die sie unversöhnt zurück gelassen haben. Genau diese Erfahrung fügen sie nun anderen zu, sie werden zum Täter und kreieren die gleiche Situation, unter der sie so sehr leiden, nur dass sie den Spieß umgedreht haben: Das Opfer ist ein anderer und sie selbst fügen einem Unschuldigen das zu, was ihnen angetan worden ist.

Wenn du zum Opfer von etwas geworden bist, was aus dem Nichts heraus dich anfällt wie ein wildes und hungriges Tier, dann musst du dir überlegen, warum du dieses Ereignis angezogen hast. In deinem Fall ist es die Wiederholung von einer Erfahrung, die du in deiner Kindheit x-mal gemacht hast, ohne zu verstehen, was da genau passiert und warum. Du bist nicht als jemand geachtet und gewürdigt worden, dem sein Platz und sein Raum zusteht in einer Weise, dass er berechtigt ist, sich selbst und seine eigenen Persönlichkeitsmerkmale auszudrücken und positiv gespiegelt zu sehen. Du bist zum Opfer von Projektionen geworden und man hat dich als Schachfigur benutzt auf dem Brettspiel der Familie, in der es um Macht und Besitz ging. Du wurdest belogen, betrogen und manipuliert, die objektive Wahrheit wurde verschleiert, damit du in der Verwirrung bleibst und still hältst. Es war dir in deiner Kindheit nicht möglich, dich aus diesem Sumpf von Verleugnung und Machtmissbrauch herauszuziehen, einfach weil dir bestimmte Informationen vorenthalten und andere vorgespiegelt worden sind.

Was dir als Erwachsene immer wieder passiert (ist), läuft nach einem ähnlichen Schema ab: Du verfügst über Energie (hier in Form von Geld) und jemand holt sich dies, indem er dich belügt und betrügt. Unter Vortäuschung falscher Tatsachen bringt er dich dazu, dass du in eine Beziehung einwilligst, in der dir das versprochen wird, was du brauchst. In der Kindheit war es Liebe und Sicherheit, in diesem Betrugsfall ist es die Überarbeitung deiner Website. Wenn du dich auf den Handel eingelassen und ihn durch deine Unterschrift besiegelt hast, musst du allerdings feststellen, dass man von dir fordert, was du zu geben hast, dass aber deine Erwartungen unerfüllt bleiben. So wenig, wie du als Kind von deiner Mutter Schutz und Liebe bekommen hast für deine Loyalität und Zuwendung, die du ihr im Kampf gegen ihren Mann zur Verfügung gestellt hast, genau so wenig hast du von der Firma Quickface bekommen, was du gebraucht hättest und was du dir von dem Vertragsabschluss erwartet hast.

Es ist diese Erfahrung, missbraucht zu werden, die eines deiner Lebensthemen ist. Missbraucht werden kannst du nur, wenn du dich einlässt, in Beziehungen, und wenn du vertraust. Der zusammengezogene und misstrauische Geizhals kann nicht missbraucht werden, er versucht, sich selbst zu bereichern an und in jeder Beziehung, er ist ein Missbrauchender.

Das unschuldige Kind stolpert leicht in eine Situation, in der es zum Opfer von Habgier und Machtmissbrauch wird, die ja überall nach willfährigen Opfern suchen. Für dich ist es nun wichtig, dich mit Hilfe deines heutigen Bewusstseins mit diesen Beziehungsmustern auseinander zu setzen. Natürlich fragst du dich ununterbrochen „Warum war ich so dummmm!?!“ Aber es geht in deinem Leben darum, das Spiel der Polarität zu erfahren und zu durchschauen, auf der Bühne der Welt verschiedene Rollen zu spielen, um auch auf den tiefsten Ebenen deines Seins zu erkennen, auf welche Weise die Menschen sich gegenseitig missbrauchen und schädigen.

Der Antagonismus erschafft den Pulsschlag der Dualität, das weißt du, und es ist wichtig für dich, immer wieder diese beiden Seiten zu betrachten, ohne Identifikation: Das naive spielende Kind, das nichts Böses ahnt, auf der einen Seite, und der skrupellose Betrüger, dem jedes Mittel recht ist, um sich Energie zu verschaffen.

Die Menschen, die den Kontakt mit der spirituellen Ebene ihres Seins komplett verloren haben, empfinden eine perfide Befriedigung darin,  Werte wie Integrität, Wahrhaftigkeit und Gerechtigkeit mit Füßen zu treten und immer wieder zu beweisen, dass jeder, dem diese Werte wichtig und heilig sind, dumm ist, betrogen wird und letztlich unterliegt. Dies ist der Kampf zwischen Gut und Böse und eine Erlösung gibt es hier nicht, indem das Böse vernichtet und unschädlich gemacht wird, sondern nur, indem jeder einzelne versteht und erkennt, welche Rollen er in diesem Spiel spielt und durch Aufgabe der Identifikation die Freiheit wieder gewinnt. Das heißt, wenn du aufhörst, dich als Opfer und als Missbrauchte zu fühlen – egal ob du das bist oder nicht – dann bist du frei.

Die überpersönliche Gerechtigkeit übersteigt deinen Machtbereich, aber du darfst und kannst dir Hilfe holen aus der geistigen Welt, indem du die Energien, die dir zur Verfügung stehen, in der jeweiligen Situation wirken lässt, was du ja auch tust und getan hast.

Ob der Streitfall dann so ausgeht, wie dein irdisches Selbst es für gerecht und richtig hält, solltest du offen halten und lassen, dies ist die Hingabe an und Ausrichtung auf die überpersönliche Gerechtigkeit, deren Wege und Wirken du nicht verstehen und durchschauen kannst.

Bestelle dein Feld bis an die Grenzen deines Machtbereiches, in einer sorgfältigen Ausgewogenheit zwischen unschuldigem Vertrauen und kritischer Weisheit. Wenn etwas Schlimmes in dein Leben bricht, womit du nicht gerechnet hast und was dich verunsichert und bedroht, dann erinnere dich an das unzerstörbare Licht, das du bist und das du hast und lasse es in die Situation hinein leuchten, damit alle Beteiligten erkennen können, was sie tun, falls sie das wollen.

Du solltest den Widerspruch gegen den Mahnbescheid einlegen und dir helfen lassen, in dem unerschütterlichen Vertrauen, dass du geliebt und gut bist, egal, ob du gewinnst oder unterliegst. Das Kostbarste liegt nicht auf dem Bankkonto, sondern in deinem Herzen und darf durch nichts zerstört werden. Es ist die Bereitschaft, immer wieder an den Sieg des Guten zu glauben und dafür zu kämpfen und Zeugnis abzulegen, auch wenn das Böse stärker zu sein scheint. Du hast es schon tausendfach erlebt, dass wir dich beschützen und führen durch alle Herausforderungen, mit denen dich dein Leben konfrontiert.

Sei und bleibe der Krieger des Lichts, der im unerschütterlichen Vertrauen in die Güte und Richtigkeit des großen ganzen wirkt.

Du bist frei für diese Ausrichtung, weil du mit den Räumen in Kontakt bist, von denen spirituelle Führung und Unterweisung ausgeht.

Deine Aufgabe ist es unter anderem, nicht den Mut zu verlieren und diese deine Verbindungen aufrecht zu erhalten und den Transfer von Energie zwischen den sichtbaren und den unsichtbaren Ebenen aufrecht zu erhalten und zwar in beide Richtungen: Von oben nach unten, indem du dir von uns Rat und Unterweisung holst und auch dafür sorgst, dass die hohen Energien auf und in die Menschen und Behörden gelenkt werden und von unten nach oben, indem du Alternativen aufzeigst, wie man auch leben und wirken und immer wieder seinen Frieden finden kann, denn die Freiheit ist innen und kann dann ihre Segnungen verbreiten, wenn sie mit Hingabe an das spirituelle ICH BIN und mit Unterscheidungsfähigkeit gepaart ist, die dir hilft, im Dschungel der alltäglichen Herausforderungen immer wieder der Wahrheit deines Herzens zu folgen, denn im Herzen befindet sich die Drehscheibe, die das Objektive und das Subjektive verbindet.

Lasse niemals zu, dass die Kraft deines Herzens kollapiert, egal was in der äußeren Welt passiert und erhalte dir die Fähigkeit zu vertrauen und der Stimme deines Inneren Kindes zu folgen.    

Pan für Samiri am 5.10.2011

 

Gurdjieff war in seinem vorvorletzten Leben der Inka Tupac Amaru gewesen und in dieser Rolle sozusagen Gott “von Beruf”. Aus diesem Grund hat er sehr tief und gleichzeitig auch sehr hoch erkannt, was die Präsenz von Gott und die Wunsch- und Angstprojektionen auf dieses Phänomen der Manifestation des Absoluten im Menschen bewirkt.

Sein wichtigstes Anliegen war es, die Menschen aufzuwecken und ihnen bewusst zu machen, dass sie sehr viel freier sind, als sie glauben, dass aber die Voraussetzung für das Erfahren und Ausüben von Freiheit die Bereitschaft erfordert, Verantwortung zu übernehmen. Und an diesem Punkt sind sehr viele oder fast alle Menschen blockiert, weil sie nicht mit ihrem tiefsten Wesenskern und höchsten sprituellen “ICH BIN” identifiziert sind, sondern mit Vorstellungen und Rollen, die sie sich irgendwann im Lauf der Kindheit zugelegt und dann als innere Realität übernommen haben. Sie haben vergessen und das Gefühl dafür verloren, dass sie ohne Gerüst stehen und ohne Krücken gehen können…

Die Hierarchie der Idioten war ein Versuch, den Schülern ihre Identifikation mit sog. “Tugenden” bewusst zu machen und auch eine Auslese, um sehr schnell die Schüler abzuschrecken, deren Narzissmus und Eitelkeit stärker war, als die Sehnsucht nach dem Erkennen des wahren ICH und nach spiritueller Entwicklung.

Gurdjieffs Hochmut und Widersprüchlichkeit hat seine Ursache in dem Selbstverständnis, das die Inkas hatten, bevor ihr Reich durch die Conquista zerstört worden war, und in dem daraus folgenden Trauma, und wenn ich mir überlege, wer Idiot Nr. 19, 20 und 21 gewesen sein könnte, dann waren es vielleicht Sayri Tupac, Titu Cusi und Tupac Amaru, die letzten Söhne des Manco Capac II., der von den Brüdern Pizarro 1533 in Cuzco als Marionettenkönig inthronisiert und 1544 von spanischen Flüchtlingen, denen er an seinem Rückzugsort Vilcabamba Zuflucht gewährt hatte, erstochen worden war. Dieser Manco Capac wurde im Jahr 1931 in Indien wiedergeboren und bekannt als Baghwan Shree Rajneesh oder OSHO.

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Aus meiner lebenübergreifenden Autobiographie “Macht und Willkür”:

 1. Kapitel: Die Reise in die Vergangenheit beginnt

Ich setze mich auf der Dachterrasse meiner Penthouse-Wohnung am südlichen Donauufer in Regensburg auf mein weinrotes Meditationskissen, um eine halbe Stunde zu meditieren. Es ist der 5. Juli 1995, sehr heiß an diesem Vormittag, deswegen bin ich nur mit einem Bikini bekleidet. Seitdem ich denken kann, liebe ich die Sonne und verbringe jede freie Minute draußen mit möglichst wenig auf der Haut, die wärmenden Sonnenstrahlen sind Nahrung für meine Seele, mein ganzes Energiesystem kann ich reinigen und auftanken, wenn ich nur in tiefer Entspannung sitzen oder liegen kann und das Sonnenfeuer auf und in mir spüre.

Viel Zeit habe ich in diesem Sommer, weil ich nicht mehr arbeite als Meditations- und Reiki-Lehrerin. Bis zum Juni dieses Jahres hatte ich dreimal wöchentlich Abende gehalten, an denen viele Menschen zum Meditieren zu mir kamen, sie suchten und fanden das Reich der Stille in ihrem eigenen Inneren. Seit drei Jahren hatte ich auch in Wochenendse-minaren Reiki-Schüler ausgebildet, die von mir in der Kunst der Energieübertragung durch Handauflegen unterwiesen wurden, was dann auch an den Abenden praktiziert worden war.

Ich liebte meine spirituelle Arbeit, sie war meine Berufung, deswegen war ich so sehr betroffen, als mir meine geistige Führung, die sozusagen meine Vorgesetzten im Höheren Selbst sind, mitteilte, ich solle alle Kurse und Veranstaltungen absagen und einstellen. Einfach absagen und aufhören, aber was dann?

Der Weise fragt nicht nach der Zukunft sondern lebt im Hier und Jetzt, das weiß ich seit langem, und wenn es mir auch schwer fällt, so ohne konkrete Perspektiven zu leben, füge ich mich und bringe meine Energie in die Gegenwart: Was ist heute zu tun? Gut, dann habe ich endlich wieder Zeit, regelmäßig allein und für mich und mit mir zu meditieren, um die inneren Räume zu erforschen, die im Alltagsbewusstsein verschlossen und vergessen sind.

An diesem Tag hatte ich eine Musik zum Meditieren gewählt, die ich schon seit langem nicht mehr gehört, die mich aber immer sehr tief angerührt hatte: „Music for Sacred Dances from Gurdjieff“ aus dem OSHO-Ashram in Poona.

Nachdem ich die Kassette eingeschaltet habe,  setze ich mich auf mein Kissen, das Gesicht mit den geschlossenen Augen der Sonne zugewandt, die Beine über Kreuz und lasse mich nach innen fallen. Meine Atemzüge werden länger, mein Pulsschlag verlangsamt sich zunächst und es macht sich eine friedliche Stimmung in mir breit, Dankbarkeit, dass ich da einfach mitten in der Woche sitzen und meditieren darf …

Plötzlich höre ich eine Stimme in meinem Kopf: „Du warst der!“ Sofort schaltet sich mein Verstand ein und sagt: „Was hast du denn jetzt schon wieder für verrückte Ideen?!“  Ich nehme innerlich Abstand, atme einige Male tief ein und aus und konzentriere mich nur darauf, einfach da zu sein, sitzen, einatmen, ausatmen, einatmen und wieder: „Du warst der!“ Ich: „Wer?“ und die Stimme in meinem Inneren: „Na der, dessen Musik du gerade hörst!“ Das gibt´s doch nicht! Gurdjieff war ein spiritueller Lehrer, von dem mein Meister OSHO viele Male sehr respektvoll gesprochen hat. Er war berühmt-berüchtigt für seine schonungslose Art, seinen Schülern die Ego-Maske vom Gesicht zu ziehen, seine Art zu lehren war höchst konfrontativ und mit nichts zu vergleichen, was andere spirituelle Lehrer mit ihren Schülern mach-ten, um sie aus dem Schlaf zu reißen.
Fast ehrfürchtig war ich einmal in einer großen Buchhandlung vor Gurdjieffs dreibändigem Werk „Beelzebubs Erzählun-gen an seinen Enkel“ gestanden, hatte den ersten Band herausgenommen und mit dem Gefühl, da müsste man sich durchgearbeitet haben, dann würde man wirklich verstehen …, hatte ich ihn wieder zurück gestellt, weil mir der Inhalt einfach zu kompliziert und darüber hinaus un-heimlich war. Nun sollte ich der gewesen sein? Unvorstellbar!

Dass meine Seele nicht das erste Mal hier auf der Erde verkörpert ist, war mir schon lange klar und es hatte mich immer brennend interessiert, wer oder was ich war, bevor ich am 25. Oktober 1951, als die Sonne im Zeichen Skorpion stand, aus dem Bauch meiner Mutter geschoben worden bin. Mein Aszendent steht im Steinbock, das ist das Tierkreiszeichen, das dem Saturn, dem Planeten der ordnenden Struktur und des Karmas entspricht, deswegen waren und sind diese Themen für mich sehr wichtig. Ich wollte schon immer in die Essenz der Dinge und natürlich vor allem von mir selbst vorstoßen und sie bzw. mich im Tiefsten verstehen und ihnen gerecht werden. Das Wesentliche erkennen, vor allem von dem, wer und was „ICH BIN“, war schon immer mein wichtigstes Anliegen. Bevor ich 1983 „Sannyassin“ – so werden in Asien die Jünger eines Gurus genannt – wurde, war diese Suche nach meinem wahren ICH eher unbewusst, zeigte sich so, dass ich versuchte, in dem, was ich äußerlich bewirken und erreichen konnte, mich selbst, oder besser meine  Fähigkeiten,  gespiegelt zu sehen. Nach der Einweihung in „Sannyas“, die dem „Zuflucht nehmen beim Meister“ der  Buddhisten entspricht, galt diese Suche mehr und mehr dem Kern meines Seins, der Ebene von mir selbst, aus der alles kommt: Mein Denken, mein Fühlen und mein Handeln. Schon während meines Studiums an der Universität Regens-burg war ich fasziniert von den Theorien der Philosophen, die versucht haben, die existentiellen Fragen nach dem Urgrund des Seins zu beantworten und schon damals ahnte ich, dass ich eine befriedigende Erklärung, eine, die die  Sehnsucht meiner Seele stillen könnte, niemals in einem Buch würde finden können. Heute weiß ich, dass es mit dem Wesen der Sprache zu tun hat, die mit Hilfe des Verstandes gebildet wird, während die Antworten auf die existentiellen Fragen nach dem „Warum“, „Woher“ und „Wohin“ des menschlichen Lebens nur mit Hilfe des Bewusstseins in tiefster Hingabe erfahren und niemals gewusst werden können. Diese Hingabe an einen spirituellen Meister oder Lehrer, der sich als lebende Verkörperung des Göttlichen erkannt hat, unterscheidet den spirituellen vom materialistisch orientier-ten Menschen. Die transformatorische Kraft dieser Hingabe wird für den Schüler erst wirksam, wenn er es zulässt, dass die Grenzen seines Weltbildes, seiner Vernunft und seiner Verhaltensmuster gesprengt werden.

Jeder Mensch ist eigentlich frei, die Seele, die sich im Körper lebt und Erfahrungen machen will, ist in der Ewigkeit zuhause, sie ist unsterblich und unzerstörbar. Je mehr sich der Mensch jedoch im Laufe seines Lebens mit dem Körper und dem sozialen Ich identifiziert, desto weniger fühlt er die Präsenz seiner Seele. In der irdischen Welt dominiert das Gröbere das Feinere und so nehmen die materialistischen und genussorientierten Belange immer mehr Raum ein im Leben der meisten Menschen. Ein gigantisches Netz der Bewusstseinskontrolle und Manipulation hat sich über den Geist der Menschen gelegt. Sie werden in eine Richtung gelenkt, wo sie die Befriedigung ihrer Sehnsucht durch den Be-sitz von Geld und Dingen erhoffen, wo sie den Schein mit dem Sein verwechseln und in einer tiefen Entfremdung von sich selbst leben, ohne es zu merken. Der Meditierer hat dies erkannt und möchte sich langsam durch die vielen Schich-ten  von Fremdbestimmung in seinem Inneren durcharbeiten, bis er wieder an der  Quelle angelangt ist, dort, wo nichts und alles beginnt.

Dr. D. T. Suzuki: „Wenn  das Ich so in seiner angeborenen Nacktheit dasteht, spottet es jeder  Beschreibung … Das leer gemachte Ich ist nichts anderes als das  psychologische Ich, das von seiner egozentrischen Einbildung gereinigt ist. Es  ist ebenso reich an Inhalt wie vorher; es ist eigentlich reicher als vorher,  weil es jetzt die ganze Welt in sich enthält, anstatt die letztere sich  gegenübergestellt zu haben. Nicht nur das, es genießt, sich selbst gegenüber  treu zu sein. Es ist frei im wahrsten Sinne des Wortes, weil es Meister über  sich selbst ist, vollkommen unabhängig, selbständig, authentisch und autonom.“ 1 (zitiert aus Suzuki, D. T. , Self, the Unattainable, ein Aufsatz in „The Eastern Buddhist III/2“ 1970, S. 57)

Seit 12 Jahren hatte ich die Meditation mit diesem Ziel praktiziert, als an diesem 5. Juli die Stimme in meinem Inneren zu mir sprach und behauptete, ich sei in meinem letzten Leben  Gurdjieff gewesen. Bei aller Klarheit und Hingabe an meine innere Stimme war mir das doch ziemlich unheimlich. (Zitiert aus “Macht und Willkür”, Uta Samiri Reichenberger, Pans Wunderverlag 2008, S. 7ff)

Samiri – damals noch Veetkaya Uta Zehdnickder – in Paris 1995

Mein Aufenthalt in Paris enthielt noch eine  Mutprobe, die ich mir selbst verordnet hatte: Ich wollte den Vorsitzenden der Gurdjieff Foundation, Michel de Salzmann, treffen und mich ihm als Reinkarna-tion des Meisters vorstellen. Diese Vereinigung ist streng patriarchalisch und hierarchisch organisiert und umfasst Gurdjieff Gruppen in der ganzen Welt. Es ist ungefähr so, wie wenn man zum Papst geht, schüchtern winkt, und sagt, „Hallo, ich bin´s wieder, Jesus Christus!“ Das war mir von vornherein klar, und trotzdem oder gerade deswegen war es mir wichtig, mich und Herrn de Salzmann dieser Si-tuation auszusetzen. Es war nicht einfach, einen Termin bei ihm zu bekommen, gelang mir aber dann doch, weil ich noch von zuhause aus schon Kontakt mit seiner Sekretärin aufgenommen und um ein Treffen gebeten hatte, mit der Andeutung, es handle sich um etwas „sehr Wichtiges“. Da stand ich nun unten vor seiner Haustüre zur vereinbarten Zeit, allein, in einem leuchtend violetten Blazer und drückte mit bangen Gefühlen die schwere Türe auf. Oben wurde ich eingelassen und musste mich, um zu ihm zu kommen, zuerst durch einen stockfinsteren Gang tasten. Schließlich stand ich vor Michel de Salzmann, einer sehr imposanten Erscheinung, so ähnlich wie „der Pate“. Auf eigenartige Weise fühlte ich mich mit ihm verbunden und vertraut, wenn ich mich selbst allerdings durch seine Augen betrachtete, dann schmolz meine ganze Sicherheit dahin, war ich doch nur irgendeine Deutsche, die den Kontakt zur Gurdjieff Foundation sucht. Ich stellte mich ihm vor als spirituelle Lehrerin, die seit drei Jahren ein Meditationszentrum leitet und ließ schließlich die Katze aus dem Sack: Nach eingehenden Nachforschungen sei ich zu dem Ergebnis gekommen, dass ich in meinem letzten Leben Georg Ivanovich Gurdjieff gewesen sei. Augenblicklich wurde er leichenblass, die ganze Farbe wich aus seinem Gesicht, und nachdem er sich wieder einigermaßen gefangen hatte, sagte er leise: „Oh my God!“ Ich versuchte, ihm vorsichtig zu erklären, dass ich es zuerst auch nicht für möglich gehalten habe, dass ich aber nach dem jetzigen Stand der Erkenntnisse es für meine Pflicht halte, ihn zu treffen und ihn darüber zu informieren. … Er meinte  schließlich, er würde nicht an  Reinkarnation glauben und deswegen könne er dieser meiner Behauptung auch nicht zustimmen. Ich bedankte mich artig, verabschiedete mich freundlich und verließ  ihn wieder mit gemischten Gefühlen. Immerhin war ich stolz darauf, es gewagt zu  haben, dieser spirituellen Autorität mit meiner Behauptung gegenüberzutreten.  Es war mir schon von Anfang an klar gewesen, dass eine positive Reaktion  seinerseits höchst unwahrscheinlich war.

Aber mein Weg war und ist der Weg des Narren, der seiner ureigenen Wahrheit folgt, egal, ob er dafür verspottet, verunglimpft, abgelehnt oder  bewundert und gefeiert wird. (zitiert aus “Macht und Willkür”, Uta Samiri Reichenberger, Pans Wunderverlag 2008, S. 335 ff)

In jenen Tagen in Paris entstand das folgende Gedicht:

Deep and High

In your deepest Meditation

you pass the crossroads of

S

O

U

L

        L   I   F   E   &   D   E   A   T   H

B

O

D

Y

 In your highest Vision you enter the door to your eternal self .

Uta Samiri Reichenberger 2.1.1996

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Sehr interessant, was heute (20.5.2012) in meinem Email-Postfach von http://www.gurdjieff.org/index.en.htm  gelandet ist, ich hab´s gleich übersetzt, weil´s so gut passt:

Spirituelle Meister verbinden Himmel und Erde

Ein Gespräch zwischen Bill Segal und Marvin Barrett

Dieses Gespräch wurde erstmals in „Eine Stimme an den Grenzen der Stille“ veröffentlicht: „Ein intimer Blick in die Arbeit Gurdjieffs, den Zen-Buddhismus und die Kunst“ von William Segal mit Marielle Bancou-Segal, Woodstock, NY…

Marvin Barrett: Was ist der Unterschied zwischen einem persönlichen Kontakt mit einem Meister und einem Kontakt durch  Schriften?

William Segal: Das Ziel des Meisters ist es, Himmel und Erde zu verbinden. Kontakt mit einem Meister ist ein bestimmtes körperliches Ereignis, während dessen Energie zwischen zwei Menschen ausgetauscht wird. Von dieser Sichtweise aus ist eine direkte Beziehung lebendig. Dies geschieht nur sehr selten. Aber ein Gruppe von Leuten kann die Zeit eines Meisters sehr gut nutzen. Vielleicht kann ein Meister nicht seine ganze Aufmerksamkeit einer einzigen Person widmen, aber eine kleine Gruppe um ihn herum kann als Stimulation für andere dienen. Sogar eine sehr geringfügige Beziehung mit einem Meister ermöglicht eine Öffnung und Empfängnis von Energien, die ohne die Gegenwart des Meisters nicht möglich ist. Die Frage ist, ist der höchste Meister in deinem Inneren?  Es kann sein, dass sich der höchste Meister in dem Augenblick erhebt, in dem ich still bin, und in dem ich diese immer bestehende Gegenwart erkenne, die nichts mit mir zu tun hat, so wie ich mich normalerweise wahrnehme.

Marvin Barrett: Was ist der Unterschied zwischen dem äußeren und dem inneren Meister, die Sie beschreiben? Aktiviert der äußere den inneren?

William Segal: Es gibt eine Beziehung zwischen dem äußeren und dem inneren. Meine Stille hat ihre Auswirkung auf dich. So wie auch der Wind. Auf eine gewisse Weise sind wir aufgerufen, zwischen zwei Welten zu leben – zwischen den objektiven und den subjektiven Welten. Es ist möglich, die ganze Fülle von Eindrücken zu umfassen, die uns die Natur anbietet und zur gleichen
Zeit mit dem eigenen subjektiven „ICH“ in Verbindung zu bleiben. Ich kann hier sitzen mit all meinen Phantasien und Träumen, aber wenn ich nicht für einen Augenblick still sein und die Bewegungen anhalten kann, die normalerweise weitergehen, kann ich nicht an bestimmten Schwingungen teilhaben, die immer gegenwärtig sind. Es kommt, um Menschen im tiefsten Sinn zu umfangen, und uns erschließt sich etwas, was wir mit unseren normalen Begrenzungen nicht kennen lernen können – die Stimme Gottes…

Als ich mit Gurdjieff in Paris war, gingen zwei oder drei der ältesten Männer regelmäßig einmal in der Woche mit Gurdjieff ins Türkische Bad. Einmal, als wir mit unserem Bad fertig waren, erinnere ich mich daran, wie ich ihn nackt weggehen sah. Und ich erkannte, dass ich das, was er lehrte, niemals über das Gespräch lernen konnte.

Da gibt es auch die Zeit, als ich zu Kobori Roshis Witwe in Kyoto ging, um einen Kondolenzbesuch zu machen, kurz nachdem er im Jahr 1991 gestorben war. Er war ein großer Aristokrat. Einer seiner Vorfahren erfand die Teezeremonie. Ein anderer war der Architekt, der die meisten der berühmtesten Tempelgärten des 17. Jahrhunderts entwarf. Zu der Zeit unseres Besuches hatte Koboris gewählter Nachfolger seinen Platz eingenommen.  Er war damals erst ungefähr 45 oder 50 Jahre alt. Älter als dieser neue Mann schaute ich ihn mir an. Er war ein dicklicher Dienertyp, unähnlich dem großen, aristokratischen Kobori. Schließlich fragte ich ihn, „was bringt dich dazu, zu glauben, dass du die Schuhe des Meisters ausfüllen könntest?“ Er schaute mir in die Augen und sagte: „Sie werden wissen, dass ich sein Nachfolger sein kann, wenn ich die Lehren mit meiner Rückseite erteilen kann.“ Mit diesen Worten drehte er sich um und verließ den Raum. Ich hatte das sichere Gefühl, dass er fähig war, genau das zu tun – mit seiner Rückseite zu lehren. Das gleiche fühlte ich in Bezug auf Gurdjieff, dass er die Lehre übermittelte einfach durch das, wie er war ….

Ich würde sagen, D.T. Suzuki war ein Meister. Er nahm es bewusst und sehr edelmütig auf sich, einen dummen Amerikaner zu unterrichten. Er gab mir, was er konnte. Gurdjieff war natürlich zu groß, um dich direkt zu lehren. Du musstest ihn beobachten. Deswegen beobachtete ich ihn.

Barrett: Man musste es aus ihm herauslösen.

Segal: Ja. Und ich sah es, wie ich schon sagte, in der Art und Weise wie er ging, die Art und Weise, wie er Leute behandelte, die Art und Weise, wie er ihnen half. Er bewahrte seine Gelassenheit, egal was passierte. Undauf diese Weise lernten wir. Wir lernten von den schlechten Dingen genauso wie von den guten Dingen. Wir lernen ununterbrochen, ob wir das wissen oder nicht. Es gibt einen ununterbrochenen Strom von Eindrücken, Wissen und Energien, die von deinem Kopf, deinem Magen und deinen Händen  empfangen werden,
der sogar in dem Gefühl von einer Tasse Tee gegenwärtig ist. Er geht weiter in jedem Augenblick des Tages. Aber wir sind zu klein. Wir können ihn nicht greifen ….

Was ist es, das Gott in unseren Seinsraum bringt? Für mich ist es diese Stille. Wenn wir fähig sind, diese Stille hervorzurufen, wäre das ein sehr klares Zeichen für die Gegenwart eines Meisters – nicht eines Meisters im formalen Sinn, aber in unserer Fähigkeit, die Dinge um uns herum zu verwandeln, durch Nichthandeln zu handeln. Sie ist sehr schwierig hervorzurufen oder aufrecht zu  erhalten, aber die großen Meister sind fähig zu beidem, die geheimnisvolle Öffnung für die neue Energie hervorzurufen und sie  aufrecht zu erhalten. Gurdjieff benutzte den Ausdruck „Omnipresent Okidanokh“.

Mitten in meinem mechanischen Leben, wenn ich inne halte und mich mit meinem Atem verbinde, mag ich vielleicht dieses immerwährende Okidanokh hervorrufen, das uns für eine neue Qualität von Energie öffnet. Ich habe das an sehr wenigen Menschen beobachtet. Gurdjieff konnte es. Wir erfuhren die Stille in diesen Augenblicken mit ihm, in denen wir auch eine viel größere  Aufmerksamkeit besaßen. Dies ist die mysteriöse Eigenschaft, die ein Meister besitzt, wie ich glaube, entweder durch Wissen, Entwicklung oder Erbe. Die Japaner drücken dies mit „Satori“ aus. Ich erinnere mich daran, nach einem zwei- oder dreimonatigen
Retreat aus einem japanischen Kloster herausgekommen zu sein. Ich kaufte mir einen Laib Brot und eine Schachtel Erdbeeren auf meinem Weg zum Bahnhof. Als ich auf dem Bahnsteig stand und in eine Erdbeere hineinbiss, während die Sonne auf mein Gesicht traf, erkannte ich plötzlich: „Oh, das ist es, was der alte Junge meinte.“ Es war so einfach ….

Der Ruf, der von einem wahren Meister kommt, ist so stark, dass er über die Jahrhunderte hinweg schwingt, und er ist fähig, Menschen anzuziehen, nachdem der Meister selbst gegangen ist. Die Lehre wird verstärkt nicht durch den Willen des Meisters, sondern durch die Energie, mit der er alles inspiriert, was er sagt und berührt …

Ich denke, ein wahrer Meister sorgt sich um nichts, sondern bleibt ununterbrochen in Beziehung mit dieser geheimnisvollen Kraft, die immer gegenwärtig ist. Es ist ihm egal, ob eine konkrete Ausbildung existiert und ob er sie hat oder nicht. Er kümmert sich nur um seine eigene Beziehung zum Höchsten. Es gibt eine Freiheit und Offenheit um ihn herum, die wiederum eine Energie generiert, die andere berührt.

Ein Meister ist jemand, der Poesie erzeugt. Er denkt nicht darüber nach. Wie ein Künstler im Kindesalter. Er malt einfach etwas. Er sagt nicht, „Ich bin ein Meister.“ Genauso wie ein Kind nicht sagt: „Ich werde etwas Künstlerisches erschaffen“.  Er denkt noch nicht einmal, dass er irgendetwas gibt. Sobald ich denke, dass ich dir etwas geben kann, falle ich. Aber wenn wir uns einfach natürlich verhalten, dann kommen wir zusammen. Und zwischen uns entsteht ein Gefühl, das nicht so einfach beschrieben werden kann. Irgendwelche Ziele zu haben ist es auch nicht. Es ist wie dieses buddhistische Sutra: „keine Weisheit, keine Errungenschaft, kein
Gedanke, kein Gefühl, keine Gefühllosigkeit, keine Liebe, keine Lieblosigkeit – bis einer in dieser reinen Leere ankommt, die wir manchmal erkennen und wertschätzen können. Aber sobald wir es ernst nehmen und darüber sprechen, verlieren wir es. Man muss natürlicherweise ein Meister sein – man darf nicht versuchen, einer zu sein. Sobald du versuchst zu helfen, bist du verloren.

Keine Angst. Kein Ehrgeiz. Kein Wunsch zu helfen. Einmal nahm ich an einer Belehrung teil. Ich behauptete, dass in dieser Arbeit das Wünschen nicht helfen würde. Ich sprach auf einer ziemlich gewöhnlichen Ebene. Eine Frau aus der Gruppe erwiderte
aufgebracht, wie wichtig es sei, einen Wunsch zu haben. Und ich dachte die ganze Zeit, diese arme Frau wird durch ihren Wunsch, anderen zu helfen, blockiert. Sie war nicht frei von ihrem Wunsch. Und ich war überzeugt von der Tatsache, dass jegliches Wünschen, jede Sehnsucht, etwas zu werden, jede Sehnsucht, anderen zu helfen oder sie zu verwandeln, ES nicht IST.

Keine Sehnsucht, kein Wunsch. Offenbar gibt es im Leben eines menschlichen Wesens Augenblicke, in denen die Reinheit der inneren Welt so groß ist, dass sie Raum braucht für das Erscheinen von etwas, das wahrhaft himmlisch ist. Was kann Gott für dich und für mich sein? Sobald jemand das benennt, hat er es verloren.

William Segal war interessiert an östlichem Gedankengut und Meditation. Er studierte mit vielen spirituellen Lehrern des 20. Jahrhunderts. Die Zen-Pioniere D.T. Suzuki und Paul Reps waren seine persönlichen Freunde. Er studierte mit Gurdjieff in den vierziger Jahren  und unterrichtete jahrelang andere in  der Lehre Gurdjieffs.



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